„Verwirrte Ausführungen über den bösen Kapitalismus“?

Die gute alte „Einheitspresse“ hat in Deutschland ja durchaus Tradition. Doch heute musste ich mich schon wundern. Alle von Springer bis links-liberal vereint gegen das Böse.

Die Ankündigung für einen Beitrag in der SWR-Sendung „Report Mainz“ hatte für Furore gesorgt. Die Online-Portale der deutschen Medienlandschaft überschlugen sich geradezu mit Kommentaren und zitierten Politikern und Gelehrte. Was war der Auslöser? Besonders findige Journalisten hatten sieben Wochen (!) nach Veröffentlichung in der Jungen Welt, eine Grußbotschaft des inhaftierten Christian Klar ausgegraben. Fix noch ein paar „Experten“ interviewt, etwas Amateur-Bildmaterial von der Rosa-Luxemburg-Konferenz besorgt und fertig war der Exklusiv-Bericht. Doch noch bevor der Beitrag am Abend ausgestrahlt wurde, versuchten sich politisches Führungspersonal und Schreiberlige darin zu übertrumpfen „den Bürgern“ zu verdeutlichen wie dumm und böse das denn alles wieder wahr, was der Terrorist da von sich gegeben hat. Hier das Beste aus den Kommentaren zur Grußbotschaft:

systemfeindliche Tonlage – Abstruse Gedanken über die Weltlage – Aufruf zum Kampf gegen unsere Grundwerte – verwirrte Ausführungen über den bösen Kapitalismus – selbstgerechten Revolutionsonanie – Gipfel der Unverschämtheit – Signale der Verbohrtheit – politisch-geistig nicht gereift – die alte Systemfeindschaft – desolater Geisteszustand – ein Spinner- altbekanntes RAF-Gewäsch – ein harmloser Theoretiker, einer unter ein paar wenigen – Blödsinn – Bekenntnis zum antiimperialistischen Kampf – Gehalten im typisch verquasten Links-Deutsch – hanebüchenes Grußwort – derselben Art ideologisierten Sprache wie vor 30 Jahren – Revolutionskauderwelsch – wie eine verwirrte Attac-Stimme – Nonsens – krude Ideologie – ein Unverbesserlicher

Die Grußbotschaft zu selber lesen gibts hier.


1 Antwort auf “„Verwirrte Ausführungen über den bösen Kapitalismus“?”


  1. 1 difficultiseasy 27. Februar 2007 um 4:57 Uhr

    Über diese Panik hab ich mich auch schon gewundert. Wo doch sonst immer gerne mal gegen den „Turbokapitalismus“ gewettert wird, wenn der soziale Nationalismus das verlangt.

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