Linke Kleinstgruppen (2) – B.A.N.G.

Heute möchte ich eine weitere illustre linke Politgruppe vorstellen: B.A.N.G.

Um was es geht:

B.A.N.G. , eigentlich „Berliner Anti-Nato-Gruppe“ (hab ich aber noch nie jemanden voll aussprechen hören) ist, wie der Name schon verrät, in Berlin Zuhause. Über die Gruppengröße, Aktionen etc. schweigt sich die Gruppe auf ihrer „Homepage“ aus und öffentlich spekulieren will ich darüber natürlich auch nicht. Doch wer B.A.N.G. schon einmal erlebt hat weiß, warum ich sie hier unbedingt vorstellen möchte. Eine regelmäßige Publikation gibt die Gruppe nicht heraus, aber an ihrem theoretischen Anspruch darf man sie auch nicht messen. B.A.N.G. scheint viel eher aktionistisch orientiert und das muss ja nicht unbedingt schlecht sein. Nur klugscheißern bringt ja auch keinen Kommunismus.

Was mir gut gefällt:

Für jüngere Linke wie mich ist die Gruppe B.A.N.G. immens wichtig. So haben also „die Autonomen“ in den 80er Jahren ausgesehen (wurde mir auf jeden Fall versichert)?! Armeestiefel, Wursthaare und co., so richtig Geschichtsunterricht zum Anfassen. Durch B.A.N.G. wird so manche Demo zu dem was die bürgerlichen Spießer so richtig ärgert: langhaarige Chaoten die ungewaschen aussehen, in Schwarz gekleidet sind und mit Sicherheit wahrscheinlich arbeitslos sind , die revolutionäre Parolen brüllen und auf ihre Transparente gemalt haben. Das ist noch „linker Lifestyle“ der sich vom „Mainstream“ abhebt, nicht so wie die normierten Marken-Antifas. Wenn das mal nicht ein Argument ist.

Was mir weniger gut gefällt:

Mitglieder von B.A.N.G. trinken Bier bei Politaktionen (hab ich gesehen, Leugnen zwecklos). Das ist natürlich doof, weil es den klaren Blick trübt. Ansonsten würde mancher wahrscheinlich alles was oben bei den Argumenten pro B.A.N.G. steht gegen sie anbringen. Doch ich find sie halt voll retro und deswegen gut und hoffe, das sie dieses Jahr zur „Walpurgisnacht“ wieder was auf die Beine stellen.


10 Antworten auf “Linke Kleinstgruppen (2) – B.A.N.G.”


  1. 1 IHHH 06. März 2007 um 21:38 Uhr

    Sage mal…ist das alles so dein ernst, oder machst du dich eher über diese Gruppe lustig?
    Wollte eben schon schreiben, warum es bspw. gut ist, dass die 80er Jahre Autonomen tot sind, bzw nur noch Einzelpersonen übrig geblieben sind, die man hauptsächlich nur noch aus autonomen Jugendzentren kennt.
    Und sogar diese teilen zT meine Meinung, dass ihre Idee und ihr Leben mit dieser Idee von grund auf falsch war.
    Also macht nicht den gleichen Fehler. Wenn du bock hast kann ich nochmal weiter ausführen, warum bspw. verzicht, nicht waschen, den ganzen tag alte rammelige schwarze klamotten tragen nichts bringt.
    Soweit wie jetzt, mal abgesehen von antiD antiImp kinderwar, war die radikale Linke noch nie, obwohl sie total marginal ist. Sie kommt bzw kam nicht weiter weil sich viele ihrer Entwicklung in den Weg gestellt, bzw gemieden haben.
    Marken tragen, fresh aussehen – das scheint erstmal scheiße zu sein, doch hey, es ist nicht von nöten -richtig, dass ist es auch bei der popantifa nicht, doch es ist vorallem nicht falsch. Den „Spießern“ kannst du mehr vorn latz hauen, indem du radikal agierst, nicht dreckig aussiehst

  2. 2 feuer 06. März 2007 um 21:50 Uhr

    Du begrenzt die Autonomen auf „dreckig aussehen“ und „arbeitslos sein“? Ich mag Autonome und finde dass es auch noch viele gibt, was vorallem daran liegt, dass sich die meisten „Markenantifas“ auch Autonome nennen.

    Was ist denn an der Selbstbestimmung schlecht?

    Viva la autonomia!!

  3. 3 Das geprüfte Argument 06. März 2007 um 22:04 Uhr

    Wieso kommst du auf den Gedanken, dass auf meinem Blog geklugscheißert wird? Meinst du ernsthaft, dass es Zweck von mir ist, klug vor anderen dazustehen und wenn ja, woran machst Du das fest, elser?

  4. 4 tee 07. März 2007 um 5:25 Uhr

    interpretieren, liebes argument! interpretieren!

    „schließlich ist es auch falsch, wenn Du meinst, dass „klugscheissern“ dein blog näher beschreiben würde. du weißt nämlich über zweck und inhalt von diskussionsinhalten überhaupt nichts, wenn du weißt mit welchen mitteln sie angebracht werden: klugscheissern z.b.“

  5. 5 Das geprüfte Argument 07. März 2007 um 12:56 Uhr

    Tja, tee, auch hier liegst Du falsch. Klugscheißern wäre tatsächlich eine kritikable Sache, denn den Zweck verfolgen, Klug dazustehen, also richtiges Wissen einfach für die Coolness oä zu gebrauchen, ist allein schon deshalb blöde, weil das Wissen für einen sachfremden Zweck gebraucht würde.

    Aber das mach ich nicht, jedenfalls nicht, dass ich wüsste. Daher erwarte ich auch ein Argument für diese steile These.

  6. 6 elser 07. März 2007 um 13:50 Uhr

    @ Das geprüfte Argument

    Klugscheißern sei eine „kritikable Sache“ weil damit „Wissen für einen sachfremden Zweck“ gebraucht werde, hast Du gesagt. Wenn ich dein MG-Sprech richtig interpretiere, sind wir in dieser Sache außnahmmsweise mal einer Meinung. Nichtsdestotrotz behaupte ich, dass dein blog auch (aber nicht nur) dem Zweck dient, anderen „kluge Ratschläge“ mit auf den Weg zu geben. Das alleine muss ja nicht verkehrt sein, aber wenn dann komische Sachen dabei rauskommen wie: „Anarchisten stützen den Staat, weil sie auf Demos gehen“ (sinngemäß, Danke tee für den Hinweis)dann erlaube ich mir doch den Begriff „Klugscheißern“ anzuführen. Denn, Anarchisten kann man bestimmt für eine ganze Menge kritisieren, aber das sie ihre Übezeugung auch auf die Straße tragen (und so potentielle neue Mitstreiter und Mitstreiterinnen erreichen und mitreißen können), daran gibts meiner Meinung nach nix auszusetzen. Schwarz-rote Fahnen und kämpferische Parolen wirken einfach übezeugender (vor allem auf junge an-politisierte Menschen) als „geprüfte Argumente“. Vielleicht wird dann aus dem jungen Anarchisten irgendwann mal ein strammer MGler, der lauter kluge Sachen weiß. Wenn das mal kein Argument ist.

  7. 7 Das geprüfte Argument 07. März 2007 um 14:46 Uhr

    Du merkst aber schon selber, dass Du jetzt kein Argument für Deine steile These geliefert hast, oder?

    Nichtsdestotrotz behaupte ich, dass dein blog auch (aber nicht nur) dem Zweck dient, anderen “kluge Ratschläge” mit auf den Weg zu geben.

    Tja, fehlt eben, das Argument. Beweise doch einmal deine Behauptung. Es mag ja sein, dass auf dem Blog falsche Argumente stehen, aber das allein beweist nicht, dass es ums Klugscheißern geht oder das Dastehen als cooler Ratgeber. Denn Fehler bei Leuten nachzuweisen, macht man doch, um *diese* darauf aufmerksam zu machen und solche, die mit Anarchisten zB sympathisieren, aber sonst nix. Leg mal nach.

    ---

    zu den Anarchisten:

    Jetzt verfälsche die Sache mal nicht, Freundchen!

    Es ging da nicht darum, dass Anarchisten Mitstreiter gewinnen wollen – *daran* hätte ich null zu kritisieren. Es ging bei der Kritik der Demo gegen diesen mexikanischen Staatsagenten schon um die transportierten Inhalte. Und dass die Anarchos dabei auch an die Regierenden appellierten – ganz wie die Einrichter der Demonstrationsfreiheit es sich wünschen – kannst Du auch nachlesen.

    Und dass Fahnen und kämpferisches Gehabe *erfolgreicher* ist als graue Hefte mit Times New Roman Schrift zu studieren und die Inhalte zu verbreiten, mag ja stimmen (sehe ich zwar nicht, weil die anarchos auch ne minderheit wie kommunisten sind, aber sei dahingestellt), aber es sagt längst nichts über die *Inhalte* und deren Richtigkeit aus und darauf kommt es bei Kritik der Gesellschaft erst einmal an. Sich mal Rechenschaft über die Welt und den Fortgang von Geschäft und Gewalt abzulegen ist schon notwendig, wenn man dies kritisieren will. Sonst vertut man womöglich seine Zeit für allerlei linken Käse: Gorlebendemos, Israel-Fahnen-Schwenken, Nazis hinterherspionieren usw. während die Klassengesellschaft funktioniert, dass es kracht.

  8. 8 elser 07. März 2007 um 17:29 Uhr

    Wahr natürlich volle Absicht „behaupte“ zu schreiben. War klar das da ne Reaktion kommen muss, nach der MGlerschen Denkweise kann man ja bekanntlich die Uhr Stellen. Finde Deine ausführliche Kritik sehr anschaulich und sie hat mich zu einem neuen Beitrag in der Rubrik „Linke kleinstgruppen“ inspiriert: „Die Marxistische Gruppe (1,1)“. Da sollte es über Wochen was zu bloggen geben. Deshalb würde ich die Diskussion an dieser Stelle gerne aussetzen und (bei Bedarf) auf diese Rubrik verweisen, die in Planung ist. Da gibt es dann sicher viel „Argumente auszutauschen“, zu „kritisieren“, „inhalte auf deren Richtigkeit prüfen“ und was MGler halt sonst noch gerne so machen.

  9. 9 Das geprüfte Argument 07. März 2007 um 18:55 Uhr

    Okay.

  10. 10 tee 09. März 2007 um 3:03 Uhr

    dank spamfilter ein zweiter versuch, eure richtigen inhalte unter einen hut zu bringen:

    „da gibt es dann sicher viel “argumente auszutauschen”, zu “kritisieren”, “inhalte auf deren richtigkeit prüfen” und was mgler halt sonst noch gerne so machen.“… „während die klassengesellschaft funktioniert, dass es kracht.“

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