Linke Kleinstgruppen (3,1): Die Marxistische Gruppe

Mythenumrankt und Sagenumwoben, doch jeder hat schon mal von ihr gehört: Die Marxistische Gruppe (MG). Einer meiner heimlichen Favoriten unter den linken Gruppen in der BRD. Vor allem auch, weil sie einerseits so furchtbar klandestin agiert und anderseits immer so krass direkt durch die Mitte marschiert. Kommt wohl immer ganz drauf an, welche Seite des Gegenstandes „MG“ man betrachtet. Um dies ausgiebig tun zu können, will ich diese Rubrik auf mehrere Ausgaben auslegen, bis mir nix mehr neues einfällt. Heute beginne ich mal mit einer Gerüchtesammlung rund um den Gegenstand „MG“ (fühlt euch frei Ergänzungen beizusteuern)

Gerüchte über die MG:

- Die MG hatte mal über 10.000 Mitglieder (!)
- MGler haben alle das Kapital gelesen
- Die MG existiert nach ihrer offiziellen Auflösung im Untergrund weiter
- Alle Mitgleider der MG sind Zyniker
- MGler mögen Antideutsche nicht
- MGler finden Unis doof aber studieren trotzdem
- Die MG ist eine Sekte wie Scientology
- Es gibt auch MG-Frauen
- MG-Frauen sind nicht zwangsläufig Antifeministinnen
- MGler finden Antifaschismus doof
- MGler erkennt man nach dem ersten Satz
- MGler tragen niemals Basecaps
- MGler haben den Humor alter Männer
- MGler dürfen nur mit MGlern zusammen wohnen
- Alle MGler haben einen bayrischen Akzent
- Das häufigst benutzte Wort eines MGlers ist: Argument
- MGler finden Anarchisten niedlich
- Man kann nicht alle MGler über einen Kamm scheren
- MGler bleiben immer sachlich
- MGler sind linker als der Staat erlaubt
- MGler sind Klugscheißer
- MGler sind besser als ihr Ruf
- Es gibt durchaus gutaussehende MGler (und auch MG-Frauen)
- MGler trinken Unmengen an Bier
- Niemand hat Marx verstanden außer die MG
- Die MG will einen gescheiten Kommunismus
- Mgler finden, das Kapital ist auch nur ein Buch
- MGler sind keinesfalls „Zecken“
- MGler können an Israel nichts besonderes finden
- MGler haben einen beschränkten Wortschatz
- Der Verfassungschutz hatte die MG unterwandert, deshalb die Auflösung
- MGler gehen niemals auf Demos
- Gegenstandpunkt ist keine Nachfolgeorganisation der MG sondern nur eine Zeitschrift
- Heute lesen MGler keinen Hegel mehr
- MGler machen alle mächtig Karriere
- MGler werden geschult


34 Antworten auf “Linke Kleinstgruppen (3,1): Die Marxistische Gruppe”


  1. 1 egal 07. März 2007 um 22:58 Uhr

    Mgler sind Lehrer oder studieren auf Lehramt.

  2. 2 Das geprüfte Argument 08. März 2007 um 0:05 Uhr

    hehehe, kenne zwar nicht alle Gerüchte, aber viele von denen sind mir durchaus geläufig.

    Freue mich, wenn auch ein paar Inhalte und Argumente (huch) kommen.

  3. 3 Antifa rox 08. März 2007 um 0:25 Uhr

    Ich mochte die MG, auch wenn ich als Antifa unterwegs bin. Vorträge waren meißt interessant und haben zu heissen diskussionen geführt.
    Auch deren Gruppentaktik, welche aus der „Auflösung“ entstanden ist, ist und war mir sehr sypathisch.
    MGler oder die nachfolge MGler sind nicht als MGler unter einen Hut zusammenzubringen… Du glaubst gar nicht, was bei denen los ist, wenn bspw. eine (MG)Gruppe aus Bremen sich positiv zu isreal äussert…da kocht aber der süden.
    Ausserdem ists keine Jugendbewegung, wie bspw Antifa.
    Und so ganz nebenbei: auch Mgler schmeissen Steine :P
    Und noch hinterher: Hiusken hats einfach drauf manche Sachen zu erklären und sie argumentativ gut rüber zu bringen.
    Und noch zu allerletzt: Besucht mal nen Seminar von der „Jungen Linken“. Gibts viel zu lernen, was es so mit dem Kapitalismus auf sich hat.

  4. 4 held 08. März 2007 um 0:45 Uhr

    Die MG braucht man heute nicht mehr, da es den Gegenstandpunkt-Satzgenerator gibt.

  5. 5 elser 08. März 2007 um 12:09 Uhr

    @ egal
    MGler studieren auf Lehramt? Natürlich!, dass mir das nicht gleich eingefallen ist. Und natürlich Jura und andere fiese Sachen. „Die Jobs der Elite“ halt.

    @ argument
    Argumente und Inhalte? Warte mal gespannt auf den zweiten Teil der Rubrik

    @ Antifa rox
    MGler schmeissen Steine? Das ist mal wirklich ein Gerücht das sich sehen lassen kann.
    Die Gruppe „Junge Linke“, mit ihren verschiedenen Ausprägungen (z.B. in Berlin) möchte ich natürlich noch in einer extra Rubrik würdigen. Weil, erneutes Gerücht: Die Gruppe „Junge Linke“ hat mit der MG nichts, aber auch gar nichts zu tun.

  6. 6 karl moik 08. März 2007 um 13:09 Uhr

    Ich verrate mal ein Geheimnis: Der Untertitel der „Jobs der Elite“: „eine marxistische Berufsberatung“ ist pure Ironie – die übrigens für jeden erkennbar ist, der sich mehr als das Cover des Buches angeguckt hat. Inhalt des Buches sind Erörterungen über INHALT und ZWECK der Berufe der BRD-Elite – praktische Tipps in Sachen Berufsberatung hingegen sind Fehlanzeige.

  7. 7 elser 08. März 2007 um 13:19 Uhr

    @ karl moik

    „Pure Ironie“ oder auch nicht, Gerüchten nach streben gestandene MGler nun mal gerne Staatsämter als Lehrer, Professorin oder sogar Staatsanwältin an. Dafür soll es auch viele aktuelle und historische Beispiele geben.

  8. 8 Altlinker 08. März 2007 um 13:54 Uhr

    Die MG hatte mal über 10.000 Mitglieder
    Warum ein Ausrufungszeichen? Soviele waren das schließlich nicht, als daß es schon zu was anständigem an Klassenkampf gereicht hätte. Auch die anderen linken Parteien/Gruppen, die sogar zumeist kleiner waren, standen ja nicht wesentlich besser da.

    - MGler haben alle das Kapital gelesen
    Nein, denn es gilt ja noch:
    - MGler werden geschult

    - Die MG existiert nach ihrer offiziellen Auflösung im Untergrund weiter
    Im Untergrund? Das ist doch ein Lacher! Wer außer denen hat denn soviel Webseiten, Diskussionstreffs, öffentliche Veranstaltungen und dicke Hefte allenaselang?

    - Alle Mitglieder der MG sind Zyniker
    Alle nicht, aber manche schon. Wo ist das übrigens anders?

    - MGler finden Unis doof aber studieren trotzdem
    Als wenn das anders ginge. Auch wer die Konkurrenz nicht mag und sogar abschaffen will, ist ihr doch ausgesetzt. Ich habe auch studiert, so what. Es soll sogar Rüstungsarbeiter gegeben haben, die Kommunisten waren, ab und zu sogar Soldaten.

    - Die MG ist eine Sekte wie Scientology
    Erst mal wäre zu klären, was eine Sekte ist, zweitens müßte man sich anschauen, was Scientology verbrät und was die MG (manche sagenmodern jetzt auch GegenStandpunkt dazu) sagt, dann könnte man vergleichen, wenn es denn was bringen würde.

    - Es gibt auch MG-Frauen
    Es ist aber schon auffällig, daß es zumindest bei den Vorrednern fast nur Männer gibt, bis auf Margaret Wirth in Bremen sogar nur Männer.

    - MGler erkennt man nach dem ersten Satz
    Nein, aber nach dem dritten fast immer.

    - Alle MGler haben einen bayrischen Akzent
    Auch falsch, jedenfalls wenn man korrekterweise fränkisch nicht als bayerisch nimmt, denn ne Menge der Ursprungskader haben sich aus Franken in Franken zusammengetan. Peter Decker zum Beispiel

    - Das häufigst benutzte Wort eines MGlers ist: Argument
    Und leider ist gerade dieses Wort bei fast allen anderen so fürchterlich aus der Mode gekommen

    - MGler sind linker als der Staat erlaubt
    Das kann sich aber schnell ändern, wie ja auch die MG leidvoll erfahren hat

    - Niemand hat Marx verstanden außer die MG
    Kann ich nichts zu sagen, ich bin kein Marxist

    - Die MG will einen gescheiten Kommunismus
    Ist das nun ein Vorwurf oder eine Feststellung?

    - Der Verfassungschutz hatte die MG unterwandert, deshalb die Auflösung
    Wer das genauer wissen will, kann das übrigens in alten MSZ-ausgaben bei Gegenstand-punkt.com nachlesen

    - MGler gehen niemals auf Demos
    Stimmt nicht, es gab sogar einige richtig große nationale Demos (zum Teil auch mit anderen Organisationen, die berühmteste zu Breschnews Deutschlandbesuch: „Leonid, was willst du hier? Die NATO plant den Krieg mit dir!“ oder so ähnlich)

    - Gegenstandpunkt ist keine Nachfolgeorganisation der MG sondern nur eine Zeitschrift
    Ach Gott, was heißt schon nur? Wer bietet denn „mehr“, jedenfalls von denen die wenigstens auch eine vernünftige Zeitschrift haben und nicht nur eine Zeitschrift

    - Heute lesen MGler keinen Hegel mehr
    Müßte man einfach mal fragen

    - MGler machen alle mächtig Karriere
    Das wage ich zu bezweifeln, die Handvoll von Intellektuellen, die es bis auf Professorenposten geschafft haben hat, ja keine große Schar von Nachfolgern gesehen, wie auch

    - MGler werden geschult
    Das ist ja wohl das Mindeste, oder nicht?

  9. 9 tee 09. März 2007 um 3:16 Uhr

    PROF. DR. margarethe wirth, soviel zeit muss sein!

  10. 10 Altlinker 09. März 2007 um 10:49 Uhr

    liebe(r) tee,
    wenn du schon solch protokollarische Akribie aufbringst, dann solltest du dir zudem auch noch die Mühe machen, wenigstens den Namen korrekt wiederzugeben: Ihr Vorname ist Margaret, nicht margarethe

  11. 11 tee 10. März 2007 um 4:42 Uhr

    sorry vielmals, kann ja jedem mal passieren.

  12. 12 Altlinker 10. März 2007 um 15:48 Uhr

    Hätte ich eigentlich auch gedacht (schließlich habe ich die korrekte Schreibweise sicherheitshalber auch erst noch mal nachgeschlagen). Erstaunlicherweise liefert aber zumindest Google wirklich nur die eine falsche Schreibweise beim sozialreferat der FU Berlin. Die gehören wohl nicht zu den engsten Kennern der alten MGler(innen), auch wenn sie sie immer wieder gern einladen.

  13. 13 chaze 12. März 2007 um 1:04 Uhr

    Noch ein „Gerücht“:
    Ganz klar, die Marxistische Gruppe hat blogsport unterwandert --> Beweis hier

  14. 14 tee 16. März 2007 um 5:52 Uhr

    zu den engsten kennern der alten mgler(innen) können sie gar nicht gehören, lassen sie doch das oft so wichtige prof. und dr. einfach weg.

  15. 15 Altlinker 16. März 2007 um 10:17 Uhr

    Liebes tee,
    Sie werden sich wundern, ich kenne manch (mittlerweile) alten MGler noch aus Zeiten, da waren die noch gar keine Profs.!Insofern mögen Sie mir diese weitverbreitete (Un)Sitte verzeihen.

  16. 16 tee 17. März 2007 um 2:50 Uhr

    schon verziehen.
    obwohl ich mit „sie“ eigentlich die vom sozialreferat meinte (mich aber doch nur auf co-bolt im kf bezog, denn die vom sozailreferat machen’s ja wie sich’s gehört).

    klassisches missverständnis. sei’s drum …

  17. 17 che2001 22. Oktober 2007 um 22:07 Uhr

    Das Meiste, was da über die MG steht stimmt. Ich kannte auch mal einen MGler, der hedonistischer Kampfsportler war und zu den Autonomen wechselte, und zweie, die Unternehmer in der IT-Branche geworden sind.

  18. 18 Altlinker 12. November 2007 um 9:46 Uhr

    Das meiste, was über die XXX geschrieben steht, stimmt: Ich kannte auch mal XXXler, die dann zu den YYY gewechselt sind und jetzt ZZZler sind, einige sind sogar bis ins Auswärtige Amt gekommen.

    Was willst du also damit sagen che2001, außer, das du, ähnlich wie ich, schon älter bist, als die meisten Blogger hier?

  19. 19 scheckkartenpunk 02. Dezember 2007 um 20:08 Uhr

    „– MGler haben den Humor alter Männer“

    haha, wohl war

  20. 20 Das geprüfte Argument 03. Dezember 2007 um 3:00 Uhr

    “- MGler haben den Humor alter Männer”

    haha, wohl war

    vor allem sexistisch. :-(

  21. 21 der Klassensprecher von 1984 03. Dezember 2007 um 12:40 Uhr

    haha, wohl war

    Der Vorwurf, einen „Humor alter Männer“ zu haben, wäre nach den läufigen „linken Standards“ selbst mindestens sexistisch & age-istisch & whatnot.

  22. 22 bikepunk 089 04. Dezember 2007 um 14:38 Uhr

    Eine Genossin, die um 80′ herum studierte, lehnte ein Angebot bei der Mg mizutun mit den Worten ab:“Ihr mögt ja ne gute Analyse haben, aber bei euch tragen die Frauen die Flugblätter. Darauf hab ich keinen Bock.“

  23. 23 Neoprene 04. Dezember 2007 um 16:12 Uhr

    „Ihr mögt ja ne gute Analyse haben, aber bei euch tragen die Frauen die Flugblätter. Darauf hab ich keinen Bock.”
    Und wo ist sie dann gelandet? Irgendwo, wo es streng quotiert Frauen das Programm mit den Männern mittragen dürfen, wovon Frauen gar nichts haben? Oder gar in der mittleren Führungsebene, wo sie die einzige Frau sit, die es geschafft hat? Odernoch schlimmer, in einem „Frauenberuf“, wo die Frauen ganz unter sich sind?

  24. 24 scheckkartenpunk 05. Dezember 2007 um 22:50 Uhr

    „Der Vorwurf, einen “Humor alter Männer” zu haben, wäre nach den läufigen “linken Standards” selbst mindestens sexistisch & age-istisch & whatnot.“

    MGler? nach dem fehlenden humor nach schon.

  25. 25 der Klassensprecher von 1984 06. Dezember 2007 um 14:18 Uhr

    Gegen angebliche Humorlosigkeit der MGler sprechen die Fips Asmussen Hidden Bonus Tracks auf „Sternstunden kommunistischer Propaganda I & II“ zu beziehen jeweils unter

    http://doku.argudiss.de/data/isos/sskp1.iso

    bzw.

    http://doku.argudiss.de/data/isos/sskp2.iso

  26. 26 garrincha 11. Dezember 2007 um 23:15 Uhr

    Ebenso wie dieses legendäre Event anlässlich eines Besuchs Seiner Heiligkeit in spe anno 1980!

  27. 27 Neoprene 14. Dezember 2007 um 12:38 Uhr

    In der Tat ein Highlight des engagierten Humors. So was Schönes habe ich persönlich nie hingekriegt.

  28. 28 ***Ultras-MG*** 19. Januar 2008 um 16:45 Uhr

    Ob es die mg noch gibt ..dazu äußere ich mich nicht im Internet..Dieser staat funktioniert perfekt gegen Kommunismus.Auf jeden fall ist der Kommunismus möglich und die zeit wird kommen,wenn das kapitalistische System kollabiert!
    Nebenbei:keine revolution kann friedlich ablaufen…

  29. 29 Peter 17. Juni 2012 um 18:09 Uhr

    Na dann, ran an das Gewher.

  1. 1 mg zum zweiten | tee Pingback am 08. März 2007 um 9:39 Uhr
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