Archiv für Juni 2007

Dein Leben fürs Vaterland – auf Ukrainisch

Während hierzulande gewohnt bieder-deutsch dafür geworben wird, sein Leben fürs Vaterland zu geben, werden in der Ukraine ganz andere Geschütze aufgefahren. Dort wird dem geneigten Jungmann Erfolg beim anderen Geschlecht in Aussicht gestellt, sollte er sich dafür entscheidet bei der Truppe anzuheuern…

Thälmann und der proletarische Antifaschismus – „Sollten wir es nicht ehrlich meinen?“

Nachdem anderswo bereits auf die kultigen Thälmann Filme hingewiesen wurde, möchte ich besonders die lebenslange unversöhnliche antifaschistische Grundüberzeugung „Teddys“ hervorgehoben wissen. Auch heute noch lohnt es sich, einen Blick auf seine lebensnahen Analysen zu werfen.

Neues vom Hitler (5): „Hitler als Bettvorleger“

Immer feste druff (treten)! Der 51-jährige Künstler Boaz Arad hat „den Führer“ als Bettvorleger auf der Kunstmesse „Art Cologne“ in Köln vorgestellt.

Der 51-jährige Künstler Boaz Arad lebt in Tel Aviv. Er war es, der auf der Art Cologne die Besucher mit einem Hitler-Bettvorleger schockierte. Mit seiner Kunst will er explizit gegen die Holocaust-Klischees in der israelischen Gesellschaft angehen, zum Beispiel, in dem er kurze Videofilme von Hitler zeigt. Manchmal entfernt er einfach den Bart, um Hitler menschlicher aussehen zu lassen. Manchmal verwandelt er ihn in einen Theodor-Herzl-Vollbart. Manchmal aber schneidet er aus den Silben von Hitler-Reden Friedensbotschaften an Israel zusammen – so wie in dem Video „Hebräischstunde“: Frieden, Jerusalem, ich entschuldige mich-- [Deutschlandradio]

Sicherlich kontrovers ist auch die Position des Künstlers zur offiziellen „Errinnerungskultur“ in Israel. Dabei kritisiert Arad indirekt das Holocaust-Gedenken werde als Staatsideologie „mißbraucht“, um die israelische Bevölkerung gegen äußere Feinde zusammenzuschweißen:

„Ich kritisiere Yad Vashem. Natürlich gibt es eine Verantwortung, die Erinnerung weiterzutragen. Aber dennoch wird die Erinnerung dort auf unglaubliche Weise theatralisch inszeniert. Ich kann die Shoah nicht mit einer derartigen Geldverschwendung zusammenbringen. Die Furcht, dass der Holocaust wieder geschehen könnte, ist in Israel zu einer Ideologie geworden. Das Museum ist wie ein Disneyland, das mit den Emotionen spielt und nur eine Interpretation zulässt: Israel gehört uns. Es ist eine sehr straffe Staatsideologie, man hat keinen Platz darin.“ [Deutschlandradio]

Ein Bild vom Hitler-Bettvorleger gibts übrigens hier.

Burger Krieg II – Die Rache der Liberalen

Sie schlagen zurück! Berlins (junge) Liberale gehen im „Burger Krieg“ in die Offensive. Angeführt werden sie von ihrem (nicht mehr ganz so jungen) Vordenker Martin Lindner Ivo Bozic.

Weil manche in Kreuzberg, allen voran der Obergrüne Hans Christian Ströbele, sich mal wieder von ihrer renitenten Seite zeigen und es gar nicht gut finden, dass im August die erste McDonald’s-Filiale im Stadtteil an der Ecke Skalitzer und Wrangelstraße eröffnen soll, sprang Martin Lindner
Ivo Bozic gestern als beherzter Kämpfer für die freie Marktwirtschaft, der er nun mal ist, der schwer gebeutelten Fast-Food-Kette zur Seite. Er verteilte an der Straßenecke vor der Baustelle mit dem eifrigen Parteinachwuchs von den Jungen Liberalen die zuvor angelieferte Ware des Konzerns. „Hier geht es um die Freiheit“, sagte er. „Der freie Bürger soll selbst entscheiden, was und bei wem er essen will“, sagte er. [Berliner Zeitung]

Ein liberaler Hoffnungsträger, der für Freiheit, Gleichheit und Bentham kämpft; dass gibt einem doch glatt den Glauben an das Gute zurück. Das die Aktion bei der Kreuzberger Bevölkerung eher schlecht ankam macht das Leuchtfeuer der Freiheit jedoch nachdenklich: „Lange Rede, kurzer Sinn, ich sach mal wies ist: Mc Donalds‘, so mies er ist, zu gut für Kreuzberg“.