Neues vom Hitler (5): „Hitler als Bettvorleger“

Immer feste druff (treten)! Der 51-jährige Künstler Boaz Arad hat „den Führer“ als Bettvorleger auf der Kunstmesse „Art Cologne“ in Köln vorgestellt.

Der 51-jährige Künstler Boaz Arad lebt in Tel Aviv. Er war es, der auf der Art Cologne die Besucher mit einem Hitler-Bettvorleger schockierte. Mit seiner Kunst will er explizit gegen die Holocaust-Klischees in der israelischen Gesellschaft angehen, zum Beispiel, in dem er kurze Videofilme von Hitler zeigt. Manchmal entfernt er einfach den Bart, um Hitler menschlicher aussehen zu lassen. Manchmal verwandelt er ihn in einen Theodor-Herzl-Vollbart. Manchmal aber schneidet er aus den Silben von Hitler-Reden Friedensbotschaften an Israel zusammen – so wie in dem Video „Hebräischstunde“: Frieden, Jerusalem, ich entschuldige mich-- [Deutschlandradio]

Sicherlich kontrovers ist auch die Position des Künstlers zur offiziellen „Errinnerungskultur“ in Israel. Dabei kritisiert Arad indirekt das Holocaust-Gedenken werde als Staatsideologie „mißbraucht“, um die israelische Bevölkerung gegen äußere Feinde zusammenzuschweißen:

„Ich kritisiere Yad Vashem. Natürlich gibt es eine Verantwortung, die Erinnerung weiterzutragen. Aber dennoch wird die Erinnerung dort auf unglaubliche Weise theatralisch inszeniert. Ich kann die Shoah nicht mit einer derartigen Geldverschwendung zusammenbringen. Die Furcht, dass der Holocaust wieder geschehen könnte, ist in Israel zu einer Ideologie geworden. Das Museum ist wie ein Disneyland, das mit den Emotionen spielt und nur eine Interpretation zulässt: Israel gehört uns. Es ist eine sehr straffe Staatsideologie, man hat keinen Platz darin.“ [Deutschlandradio]

Ein Bild vom Hitler-Bettvorleger gibts übrigens hier.