Neulich in der Jungle World (1): Die Öl-Bande

Heute in der Jungle World (1) … oder hab ichs doch woanders gelesen?

Die Öl-Bande
Ahmadinedschad und Chavéz gratulieren sich zu den hohen Ölpreisen
[…]
Beim Opec-Treffen in Riad (Saudi Arabien) gab’s schrille Warnungen. „Wenn die USA so verrückt wären, Iran anzugreifen oder erneut Venezuela zu attackieren, könnte der Preis für ein Barrel nicht 100, sondern 200 Dollar erreichen“, tönte Hugo Chávez. Venezuelas linkspopulistischer Diktator prophezeite zudem das Ende des Dollars: „Natürlich wird durch den Zusammenbruch des Dollar-Reichs auch Amerikas Reich zusammenbrechen.“ Irans Mullah-Vorbeter Mahmud Ahmadinedschad schlug in die gleiche Kerbe: „Sie kriegen unser Öl und geben uns dafür ein wertloses Stück Papier.“


6 Antworten auf “Neulich in der Jungle World (1): Die Öl-Bande”


  1. 1 Neoprene 21. November 2007 um 12:13 Uhr

    zu „Sie kriegen unser Öl und geben uns dafür ein wertloses Stück Papier.“

    Wenn dem wirklich so wäre, würde kein Öllieferland Dollars akzeptieren. (Und erst recht nicht die VR China, die auf dem größten Schatz an Dollarforderungen, zumeist in Form von Staatsanleihen sitzt, so rund 1.500 Milliarden $ zur Zeit, würde ich schätzen, Tendenz steigend)

    „Wenn die USA so verrückt wären, Iran anzugreifen oder erneut Venezuela zu attackieren, könnte der Preis für ein Barrel nicht 100, sondern 200 Dollar erreichen“

    Könnte sein, kann aber auch nicht sein. Wieweit das Kartell der Förderländer seine Abnehmer über den Tisch ziehen kann, darüber sinnieren auf beiden Seiten Unmengen von Leuten.

    „Natürlich wird durch den Zusammenbruch des Dollar-Reichs auch Amerikas Reich zusammenbrechen.“

    In der Tat, *wenn* der Dollar zusammenbricht, dann wird auch Amerikas Stellung als Weltmacht Nr. 1 tangiert und nicht mehr lange zu halten sein. Nur ist das ein klassisches Weltuntergangsszenario, bei dem auch sonst in dieser schönen Welt der Staaten, Finanzmächte und Firmenimperien ne Menge den Bach runter gehen würde (und wohl auch wird). Es ist ja nicht so, daß man z.B. als jemand in Europa sagen könnte, „Geschieht denen recht, ich mach derweil und auf deren Kosten schönen Urlaub auf Ibiza“.

  2. 2 scheckkartenpunk 22. November 2007 um 12:57 Uhr

    mit dem zusammenbruch des „dollar reichs“ wäre auch die finanzierung von chavez‘ petro-sozialismus geplatzt, denn die folgende instabilität würde auch den ölmarkt empfindlich treffen. alles nur inszenierung.

  3. 3 Neoprene 22. November 2007 um 14:36 Uhr

    *Nur* Inszenierung trifft es glaube ich nicht. Denn auch für Staatsmänner wie Chavez, die nicht mehr einfach so weiter machen wollen, wie seine Vorgänger, sondern für ihren Staat etwas mehr abhaben wollen an den Ölerlösen, stellt sich doch die bange Frage, wie lange das mit dem Dollar als Währung des Preises noch gut geht. Ein Umschwenken auf den Euro ist aber auch nicht das, was sich so ein vergleichsweise schwaches Land meint, leisten zu können. Es ist natürlich ein eingebauter handfester Widerspruch, wenn Chavez ausgerechnet mit US-Dollar gegen den US-Imperialismus anstinken will auf seine lateinamerikanisch-nationalistisch-volksfreundliche Art.

  4. 4 scheckkartenpunk 22. November 2007 um 14:46 Uhr

    die problematik ist ja, dass die währung an sich in der ganzen vernetzung der finanzmärkte keine sicherheit versprechen kann. von dem her wäre der euro auch kein ausweg, da bei einem zusammenbruch des „dollarreichs“ auch alle anderen in mitleidenschaft gezogen werden würden. auch wenn dies nur einen übergang zeichnen sollte, so ist dieses erstmal da. die nächste abhängigkeit von der nächsten währung löst dann allerdings kein einziges problem, sondern verlagert auch nur.

  5. 5 Neoprene 22. November 2007 um 16:31 Uhr

    Chavez und Co. (z.B. die VR China und die Golfstaaten) wollen ja ein ganz bestimmtes „Problem“ lösen: mit ihrem Pfunde, dem Öl wuchernd (in einem recht buchstäblichen Sinne) möglichst viel an abtraktem „Reichtum“, an grundsätzlch uneingeschränkter Verfügungsmacht auf den Reichtum anderer, bei sich zu sammeln, aufzuheben, zu „sichern“. Da tun die sich schwer mit, das sehe ich auch, das sehen die selber.

    Aber das der Dollar seiner bisherigen Geltung als weltweites allseits akzeptiertes Maßinstrument und Verkörperung dieses Reichtums verloren gehen könnte, oder zumindest daß Zweifel Aufkommen, ob das hält, wird zu erheblichen Verwerfungen, Verschiebungen von Austauschrelationen, Wechselkursen, Zinsniveaus, Inflationsraten etc. führen. Wer dann wieviel von der Zeche zahlen muß, wer halbwegs ungeschoren davon kommt, wer gestärkt aus dem Trubel herausgeht, das Alles werden wir dann schon sehen. Wir, die wir mit Sicherheit derweil die Zeche zahlen dürfen.

  1. 1 SuperJogos - Todos os jogos da internet » Neulich in der Jungle World (1): Die Öl-Bande Pingback am 20. November 2007 um 21:00 Uhr
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