Neulich in der Jungle World (2): „Comic-Helden für Dschihadistenkinder“

Man kann über die Jungle World sagen was man möchte, aber das Heft hat immerhin eine einheitliche Linie. Die Zeitung bleibt sich von Ausgabe zu Ausgabe treu. Und das beste daran, die „Jungle“ wie sie von ihren Fans liebevoll genannt wird hat einen einzigartigen Focus auf die Geschehnisse auf der Welt. Soll heißen: Artikel wie sie in der „Jungle“ auftauchen finden sich sonst nirgends! Vor allem nicht in reaktionären bürgerlichen Blättern. Das macht die linke Berliner Wochenzeitung so einzigartig. Denn die Blatt-Macher aus Kreuzberg 61 schreiben niemals einseitig oder voreingenommen. Stumpfe Ressentiments oder Parteinahmen für bestimmte Lieblingsländer? Keinesfalls in der „Jungle“! Kriegs-Verherrlichung und Abfeiern des bürgerlichen Staates und seiner „Freiheit“? In der „Jungle“ doch nicht! „Jungle“-Artikel sind unverwechselbar und deshalb so lesenswert. Ich will deshalb ab sofort in loser Reihenfolge interessante Artikel aus dem Blatt vorstellen. Ihr werdet sehen, wer nicht aboniert verpasst was!

Neulich in der Jungle-World:

Es gibt derweil auch auf Niedlichkeit getrimmte Internetauftritte, in denen Terrororganisationen schon bei Kindern für die Unterstützung ihrer mörderischen Brüder werben. Wie der israelische Kommunikationsforscher Gabriel Weimann bei einer Tagung des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden erläuterte, zeigen dort Comic-Figuren und Darsteller in Kostümen mit Micky-Maus-Anmutung wie der Dschihad schon in den Kinderzimmern vorbereitet wird.
[…]
Zunehmend stoßen Sicherheitsexperten auch auf spezielle Angebote für „Mudschahedina“ – für weibliche Kämpfer und Selbstmordattentäterinnen, die auf rosa eingefärbten Seiten das moralische und theoretische Rüstzeug für Anschläge ihrer selbst oder ihrer Kinder erhalten.


8 Antworten auf “Neulich in der Jungle World (2): „Comic-Helden für Dschihadistenkinder“”


  1. 1 scheckkartenpunk 22. November 2007 um 15:55 Uhr

    wenn du die FAZ als quellennachweis verlinkst, kannst du dann nicht auch den artikel in der jungle world verlinken, in dem das auch auftaucht bzw. zu dem du da parallelen siehst? ist ja sonst nicht nachvollziehbar, was du hier konstruierst.

  2. 2 elser 22. November 2007 um 16:22 Uhr

    @ scheckkartenpunk

    Klar ist der Artikel aus der FAZ. Liest sich aber wie ein x-beliebiger Jungle-World-Artikel. Das ist doch gerade der Witz… O.k. ich seh schon, ich bin mal wieder der einzige der das komisch findet…
    Aber mal im ernst. Auf was ich hinweisen will ist folgendes: Die Jungle-World gleicht immer mehr Springer und FAZ. Und zwar von der Schwerpunktsetzung der Themen bis dahin wie sie verhandelt werden und natürlich am wichtigsten: die Schlüsse die daraus gezogen werden sind die selben. Das ist ein großes Problem, weil viele (junge) Linke, Antifas, Schüler und Studenten etc. dies „linke Wochenzeitung“ lesen und gaaanz komisch drauf kommen…

  3. 3 scheckkartenpunk 22. November 2007 um 16:42 Uhr

    naja, das ist jetzt deine auffassung. wenn viele (junge) linke das bedürfnis haben sich ne jungle world zu kaufen, dann sollen die das dürfen. falls das tatsächlich dazu führt, dass sie nachher keine linke mehr bilden, dann ist das halt so. die ablehnung würde ja nur implizieren, dass sich die linke aus gehirngewaschenen menschen zusammensetzt, die nur ganz spezielle blätter lesen dürfen, um zu einem linken weltbild zu gelangen. im endeffekt ist es doch aber so, dass sich aus der auseinandersetzung mit welt der eigene standpunkt entwickeln lässt. ich bin mir sicher, dass solche artikel wie die von der isf in einem springer blatt oder der faz erscheinen würden. jedenfalls ist mir noch nichts anderes aufgefallen.

    ich les auch gern den einen oder anderen bahamas artikel, ohne mich mit bahamas identifizieren zu müssen. (oh – er hat bahamas gesagt oO )

  4. 4 scheckkartenpunk 22. November 2007 um 16:43 Uhr

    „NICHT erscheinen würden“ natürlich – haha, bei der Satzumstellung das wichtigste vergessen

  5. 5 simsan 22. November 2007 um 20:28 Uhr

    „naja, das ist jetzt deine auffassung. wenn viele (junge) linke das bedürfnis haben sich ne jungle world zu kaufen, dann sollen die das dürfen. falls das tatsächlich dazu führt, dass sie nachher keine linke mehr bilden, dann ist das halt so.“

    Problem ist doch der Etikettenschwindel. Warum drucken die „Die linke Wochenzeitung“ vorne drauf? Das führt doch dazu, dass orientierungslose Youngsters denken, was in der Jungle Welt steht, wäre „links“ oder gar „linker Konsens“ – das ist mir echt ein Graus! Und die Jungle will ja auch selber nicht mit Linken in einen Topf geworfen werden. Also was soll der Etikettenschwindel noch?

  6. 6 scheckkartenpunk 22. November 2007 um 21:22 Uhr

    hm – wer hat denn die rechte am etikett „links“? ehrlich gesagt ist es völlig egal was da drauf steht und es ist auch völlig egal wie orientierungslos irgendwelche youngsters sind. wenn sich nur um des „links sein“ wegen mit irgendetwas aufgeladen wird, dann ist das ganz schön stumpf und unreflektiert. warum nennt sich „Die Linke“ Die Linke? ich finde da auch nicht so viel von dem wieder, was so einen pauschalen namen rechtfertigen würde. mit manchen linken möchte ich auch nicht in einen topf geschmissen werden.

    ich hatte ne zeitlang die junge welt als erbe von unseren vormietern und das blatt ist um einiges unerträglicher meiner meinung nach. die bezeichnen sich aber auch als links und nicht jeder linke liest das.

    Jungle World – In Annapolis ist kein Staat zu machen liest sich für mich jedenfalls so, als ob sich da jemand umfassender gedanken macht und nicht nur pauschal für eine seite partei ergreifen will. find ich nicht unbedingt negativ, wenn orientierungslose youngster sowas zu lesen kriegen.

  7. 7 bigmouth 23. November 2007 um 4:35 Uhr

    ich würde eher sagen, dass die FAZ immer mehr der jungle world gleicht

  8. 8 simsan 23. November 2007 um 13:12 Uhr

    Der verlinkte Artikel ist tatsächlich einer der besseren von Bozic. Man könnte aber genauso echt furchtbare Hetze von ihm verlinken. Ich denke ein „Beweis“ für irgendwas ist das nicht. Ich hatte übrigens früher jw & JW abonniert – ja sowas gibts ;) Der Unterschied zwischen „Die Linke“ und jw einerseits und JW anderseits liegt hinsichtlich „links sein“ doch darin, dass letztere sich inhaltlich abzugrenzen versucht, während erstere sich positiv drauf beziehen. Deshalb versteh ich den Untertitel bei der JW echt nicht.

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