Archiv für Februar 2008

Deutscher Fußballprofi feiert im Hitler-Kostüm

Neues vom Hitler (15). Aufregung um den Hitler jetzt auch in Australien:

Andre Gumprecht, dessen sportlichen Meriten sich in Deutschland auf 27 Zweitligaspiele für Wattenscheid 09 beschränken, war als Adolf Hitler verkleidet zu den Feierlichkeiten erschienen. Neben dem signifikanten Oberlippenbärtchen hatte sich der 33-Jährige mit einer braunen Uniform und schwarzen Reitstiefeln ausstaffiert. Ungeniertposierte er so für die Fotografen. Ein Eklat, der prompt die Medien erregte. Zumal die Mariners mit Miron Bleiberg einen jüdischen Sportdirektor haben. [Die Welt (Erwachsenenausgabe)]

Das Fußballprofis im allgemeinen nicht die hellsten Leuchten sind, ist eines dieser Klichees die man gerne glaubt. Aber in so ein Fettnäpfchen zu treten hätte ich nicht mal dem Lothar zugetraut.
Der Kommentar des Spielers zu dem Vorfall gegenüber der „Welt“:

„Ich bin am Boden zerstört, es tut mir leid. Wir sollten als Verkleidung etwas wählen, mit dem man verbunden werden kann. Als Deutscher im Ausland wird man oft als Nazi oder Hitler bezeichnet, weil es das einzige ist, was die Leute über das Land wissen. Deshalb habe ich diesen schlimmen Fehler gemacht.“ Gerade als Ostdeutscher habe er in der Schule viel über die Naziherrschaft gelernt, erklärte Gumprecht.

„Regionalwahl in Indien: Hitler oder Frankenstein?“

Neues vom Hitler (14). In Indien kandidiert ein Mann Namens Hitler für ein Regionalparlament:

„Ich bin kein Diktator“, versichert Hitler-Marak, der sich der schaurigen Vergangenheit seines Namens durchaus bewusst ist. „Meine Eltern wussten garantiert nichts mit dem Namen anzufangen, sie mochten einfach seinen Klang“, erklärt der kahlköpfige Mann mit dem Schnauzbart weiter, der es immerhin schon einmal bis zum Waldminister von Meghalaya gebracht hatte. [Zeit]

Kaum zu glauben, dass jemand nicht weiß wer der Hiler war und trotzdem sein Kind nach ihm benennt.

Geht denn das? Erst „Junge Welt“, dann „Jungle World“, dann „Frankfurter Allgmeine Sonntagszeitung“?

Von der bürgerlichen Presse gelobt und auch noch stolz darauf?! Aber wer wundert sich noch über die Autoren der bellizistischen „Jungle-World“? Ein Musterbeispiel: der ehemaligen stellvertretenden „Junge Welt“ Chefredakteur und jetzigen „Jungle World“ Sport-Schreiberling Martin Krauß. „Die F.A.Z. lese ich doch gerne“ lässt er sich zitieren. Krauß Lebenslauf auf seiner Internet-Seite ließt sich dann auch wie ein Bewerbungsschreiben für eben jene „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

Im Jahr 2003 wurde ich CvD der Wochenzeitung „Jungle World“, was ich bis 2004 blieb. Unter anderem war ich verantwortlich für die im Juni 2004 erschienene Israel-Sonderausgabe (Nr. 27/04), bei deren Würdigung die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ auch mich erwähnte: „Mit seinem – wenn auch ungebügelten – Hemd und der Bundfaltenhose strahlt Chef vom Dienst Martin Krauß eine ganz und gar unlinke Seriosität aus.“

Was könnte Krauß noch so alles in seien Bewerbung für die FAZ am Sonntag schreiben? Ex-Linker mit starken Absetzungstendenzen, besondere Spezialgebiete: Israel, Sport und nochmals Israel. Genau der Richtige Mann um für ein bürgerliches Blatt über Sport aus Israel zu berichten. Frank Schirrmacher übernehmen sie!

Neues vom Hitler (13): „Das Monster und die Wichtel“

Wieder mal eine schockierende Hitler-Enthüllung! Wär hätte das gedacht? Hitler war Comic-Zeichner:

Menschenhass sich bis zur tollwütigen Raserei steigerte, greift vergnügt zum Tuschestift und malt niedliche Zwerge!Es klingt unglaublich, aber ein norwegischer Museumsdirektor will dafür Beweise gefunden haben.
[…]
Seine durch Zufall entdeckten Hitler- Zeichnungen sind echt! Auf einer Auktion in Deutschland hatte der Direktor des „Kriegsmuseums der Lofoten“ ein von Adolf Hitler signiertes Bild für 200 Euro ersteigert. Als er das „Kunstwerk“ daheim in Solvaer aus dem Rahmen genommen habe, seien ihm drei bunte Zwergen- Bilder und eine Pinocchio- Zeichnung entgegen geflattert.
[…]
„Ich bin ganz sicher, dass Hitler die Bilder gemalt hat“, sagt Hakvaag. Seine Logik: „Wer würde Fälschungen in einem Rahmen verstecken, wo sie keiner findet?“ Nach seinen weiteren Untersuchungen malte Hitler die 1940. [Berliner Kurier]

Startet Guido Knopp nach „Hitlers Helfern“, „Hitlers Frauen“ etc. nun auch die Reihe „Hitlers Zwerge“? Wir dürfen gespannt sein.

Springer Presse zürnt: Kein Denkmal für Elser

In den letzten Tagen wurde in Berlin quer durch alle Parteien der Ruf nach einem Denkmal für Georg Elser an prominenter Stelle lauter. Eigentlich verwunderlich, denn die Figur des ehemalige rote Frontkämpfer und proletarische Antifaschist Elser erscheint nur bedingt anschlussfähig für bürgerliches Gedenken. Georg Elser, dass steht fest, hatte was gegen Krieg und Faschismus ganz im Gegensatz zu anderen berühmten Hitler-Attentätern.
Da verwundert es kaum, dass das Mutterblatt der Berliner Jungle-World die Dinge etwas gerade rücken will:

Kein Denkmal für Elser
Berlin soll ein „Denkzeichen“ für den Hitler-Attentäter Georg Elser bekommen. Die Initiative dazu geht unter anderem von dem Schriftsteller Rolf Hochhuth aus, offizielle Stellen unterstützen das Vorhaben. Diese Idee ist gewiss gut gemeint. Aber gut gemeint ist eben nicht unbedingt gleich gut.
[…]
Ein weiteres Denkmal für Georg Elser in der Hauptstadt ist da kaum nötig. So lobenswert das Engagement auch grundsätzlich ist, das Hochhuth, Senat und Abgeordnetenhaus von Berlin hier an den Tag legen: Für andere Hitler-Gegner wäre derlei Einsatz dringlicher. Der Kreis um Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen, die „stillen Helfer“ verfolgter Juden oder auch Generaloberst Kurt von Hammerstein-Equord zum Beispiel sind noch nicht annähernd so gewürdigt, wie es ihrer Rolle im Widerstand gegen Hitler entspricht. [Die Welt (Erwachsenenausgabe)]

Der Ruf danach den Nazi-General Kurt Freiherr von Hammerstein-Equord mit einem Denkmal zu ehren, sagt dann auch schon alles aus über das Geschichtsverständnis des Welt-Schreiberlings.
Es bleibt nur zu sagen, dass es eigentlich keine Ehre für Georg Elser wäre an zentraler Stelle in der Hauptstadt der „Berliner Republik“ geehrt zu werden.