Geht denn das? Erst „Junge Welt“, dann „Jungle World“, dann „Frankfurter Allgmeine Sonntagszeitung“?

Von der bürgerlichen Presse gelobt und auch noch stolz darauf?! Aber wer wundert sich noch über die Autoren der bellizistischen „Jungle-World“? Ein Musterbeispiel: der ehemaligen stellvertretenden „Junge Welt“ Chefredakteur und jetzigen „Jungle World“ Sport-Schreiberling Martin Krauß. „Die F.A.Z. lese ich doch gerne“ lässt er sich zitieren. Krauß Lebenslauf auf seiner Internet-Seite ließt sich dann auch wie ein Bewerbungsschreiben für eben jene „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“.

Im Jahr 2003 wurde ich CvD der Wochenzeitung „Jungle World“, was ich bis 2004 blieb. Unter anderem war ich verantwortlich für die im Juni 2004 erschienene Israel-Sonderausgabe (Nr. 27/04), bei deren Würdigung die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ auch mich erwähnte: „Mit seinem – wenn auch ungebügelten – Hemd und der Bundfaltenhose strahlt Chef vom Dienst Martin Krauß eine ganz und gar unlinke Seriosität aus.“

Was könnte Krauß noch so alles in seien Bewerbung für die FAZ am Sonntag schreiben? Ex-Linker mit starken Absetzungstendenzen, besondere Spezialgebiete: Israel, Sport und nochmals Israel. Genau der Richtige Mann um für ein bürgerliches Blatt über Sport aus Israel zu berichten. Frank Schirrmacher übernehmen sie!


10 Antworten auf “Geht denn das? Erst „Junge Welt“, dann „Jungle World“, dann „Frankfurter Allgmeine Sonntagszeitung“?”


  1. 1 Entdinglichung 25. Februar 2008 um 11:52 Uhr

    es ging und geht einiges, siehe u.a.: Maria Meyer-Sevenich:-(

  2. 2 Juli 25. Februar 2008 um 13:31 Uhr

    Der hat Sorgen, der Arme…

  3. 3 Martin Krauss 25. Februar 2008 um 15:11 Uhr

    Liebe/r Elser-Blogger/in (?),
    kennen wir uns? Mir ist nämlich etwas sehr unklar, was und warum Sie über mich schreiben.
    Beste Grüße, Martin Krauß

  4. 4 Hammerstein 26. Februar 2008 um 11:21 Uhr

    Diesen Kommentar wollte Martin Krauß bzw. sein Blog nicht haben:

    Lieber Martin,

    du magst elser genauswenig mögen wie du Elser magst, und sicher bist du in Orthographie fitter (wofür ist das eigentlich hier und jetzt besonders wichtig? Hast du irgendein Jota an seiner Häme nicht verstanden? Ist da irgendwas Wichtiges bei dir nicht angekommen?), aber du liegst falsch, wenn du elser als Ignoranten abtust. Der hat mit Sicherheit deine schöne Bio gelesen, sonst wäre er nicht auf das lächerliche (Selbst-)Lob der F.A.Z. gestoßen. Ob das nun ein reiner Fake ist, wie du anklingen läßt, solch einen Spaß machen sich ja viele, oder leider doch Ernst gemeint, will ich gar nicht beantworten.

    Und natürlich will auch ich dir in keiner Weise deine Chancen bei den Schirrmachers dieser Welt madig machen! Go Buddy, go!

  5. 5 elser 26. Februar 2008 um 13:44 Uhr

    Lieber Martin Krauss,

    Wir kennen uns meines Wissens nach nicht persönlich. Sie sind aber jemand, der in seiner Funktion als Journalist im öffentlichen Rampenlicht steht. Ich habe mir lediglich erlaubt das zu kommentieren was sie so schreiben.
    Wie sie vielleicht gemerkt haben, habe ich ein Problem mit der Wochenzeitung „Jungle World“. Da steht nämlich drauf, sie sei eine „linke“ Zeitung. Bei näherer Betrachtung stellt sich aber heraus: Das stimmt gar nicht. Inzwischen schreiben in dem Blatt nämlich vornehmlich bürgerliche Journalisten über ein paar Standardthemen (Israel, Islamismus, Terroristen). Islamophobikern und Kriegshetzern wie Thomas von der Osten-Sacken, Henryk M. Broder oder Axel Feuerherdt wird in dieser Zeitung ein Forum geboten. Ich empfinde das als unwürdig für eine Zeitung die sich „links“ nennt und einmal als ein emmanzipatorisches Projekt (sie wissen das ja viel besser als ich, sie waren ja schließlich dabei) gestartet wurde.
    Persönlich fand ich ihre Sport-Artikel immer informativ und spannend geschrieben und auch was die Orthografie betrifft (soweit ausgerechnet ich das beurteilen kann :-) ): voll in Ordnung . Was mir aber ein absolutes Rätsel ist: Über Sport aus einer linken/kritischen Perspektive zu schreiben (was sie ja wohl mal wollten) ist ne tolle Sache. Warum aber dann immer dieser parteiliche Blick auf Israel? Das bedient doch nur (anti)deutsche Identitäts-Gelüste und mehr nicht.
    Die Stoßrichtung ihrer Artikel, dass habe ich mir lediglich erlaubt anzumerken, müssten sie bei einem Wechsel zur FAZ am Sonntag nicht mehr wesentlich ändern. Wenn sie damit kein Problem haben, bitte. Ich gönnne ihnen ein fürstliches Gehalt bei FAZ-Springer-Burda, wir müssen ja schließlich alle unsere Rechnungen bezahlen…

    viel Erfolg auf ihrem weiteren Lebensweg,
    elser

  6. 6 Hammerstein 26. Februar 2008 um 14:13 Uhr

    Lieber elser,

    wenigstens den Namen von dem Herrn sollten Sie aber richtig schreiben:
    Der Dödel schreibt sich selber Krauß, nicht Krauss mit Nachnamen, das „ss“ muß er nur wegen dem Internet nehmen!

  7. 7 elser 26. Februar 2008 um 14:55 Uhr

    Verzeihung! „Lieber Herr Krauß“, meinte ich natürlich…

  8. 8 Primo 26. Februar 2008 um 18:36 Uhr

    Lieber „elser“, (bitte auch weiterleiten!)
    wofür haben wir als „Linke“ denn jahrelang gekämpft? Sind das nicht Themen wie Demokratie, Wahrheit, Menschenrechte und Menschlichkeit, Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Frieden,etc.?
    Als „Linker“ galt früher natürlich immer irgendwie meine Solidarität dem unterdrückten Volk der Palästinenser, dem Underdog. Links bedeutet zwar in meinem Fall idealistisch zu sein (und somit auch ein wenig gutgläubig) aber nicht blöd und blind! Irgendwann ist auch mir aufgefallen, dass mit der Berichterstattung aus Nahost etwas nicht stimmt. Selbst als Ex-Zivi merke ich z.B., dass die Israelische Armee doch nicht einen verlustreichen Häuserkampf führt, wenn sie ein Massaker anrichten will – sowas wird anders gemacht. Auch die Meldungen von Hunderten von Toten, von denen nach Tagen plötzlich einfach nicht mehr die Rede ist, ließen mich stutzen. Neugierig geworden ging ich ins Internet und fand einen Haufen widersprüchliche Scheiße, was Eigendarstellungen und Berichterstattungen aus Nahost angeht. Dazu brauchte ich noch nicht mal die Pro-Israel-Beiträge, auf die ich zuerst auch bewusst verzichtet habe. Allein die Pro-Pally-Darstellungen reichten aus – hier konnte ich die Propaganda und Lügen, die uns täglich aufgetischt werden, selbst erkennen. Es ist nicht schlimm, wenn jemand deine solidarische Grundhaltung mal ausgenutzt hat. Schlimm ist, sehenden Auges an etwas festzuhalten, was ein Riesen-Fake ist. Warum sollen wir uns mit Gruppen solidarisieren, die eine etwas andere Sichtweise/Interpretation unserer Grundwerte haben:
    Demokratie – die Bevölkerung darf Vorgaben ihrer Unterdrücker zustimmen; Wahrheit – ist alles, was den Zielen dient; Menschenrechte und Menschlichkeit – sind durch den Koran definiert (->beschränkt, alternativ: Methode Präsident Achmachmirdendjihad: „…dieses Phänomen (Homosexualität) gibt es in unserem Land nicht…“); Meinungsfreiheit – die Freiheit genau die herrschende Meinung äußern zu dürfen; Gerechtigkeit – Allah ist gerecht; Gleichberechtigung – auch Frauen dürfen im heiligen Krieg verheizt werden; Toleranz – wenn jemand anderer Meinung ist toleriere ich ihn, bis ich ihn besiegen kann; Frieden – ist der Zustand nach der Vernichtung Israels, der USA und der westlichen Welt. Mit dieser Lesart unserer Grundwerte kann ich mich nicht identifizieren – kannst du das?
    Geh einfach mal mit offenen Augen über die Brücke, die ich (als Linker) dir (als Linken) gebaut habe. schau dich einfach mal um – es bekommt ja erstmal keiner mit. Schwer wirst du es erst haben, wenn du in unseren Kreisen deine Abneigung gegen die palästinensische Propaganda äußerst – das verspreche ich dir. Dann wird man dir vorwefen, wie ein Rechter zu reden. Aber man ist ja ein Linker, weil man Ideale hat und nicht, weil man es einfach haben will, oder?
    Ich warte auf dich – auf der Seite der unbequemen Wahrheiten – und verbleibe mit solidarischen Grüßen
    Primo

  9. 9 Hammerstein 26. Februar 2008 um 22:28 Uhr

    Tja, Primo, genau das war und ist das Problem mit der Sorte Linke, die du – nicht ganz zu Unrecht – als „Linke bezeichnet hast:

    „wofür haben wir als “Linke” denn jahrelang gekämpft? Sind das nicht Themen wie Demokratie, Wahrheit, Menschenrechte und Menschlichkeit, Meinungsfreiheit, Gerechtigkeit, Gleichberechtigung, Toleranz, Frieden,etc.?“

    Dir fällt wahrscheinlich selbst jetzt nicht oder schon wieder nicht mehr auf, daß diese Themen durch und durch immanente Themen dieses Systems sind. Insofern stimmen unbeabsichtigt deine Anführungsstriche. Denn systemsprengend oder feindlich sind all deinen alten und wohl auch immer noch neuen Parolen ja nicht. Jetzt wirst du dem wahrscheinlich sogar zustimmen, wo du noch nicht mal mehr vom Selbstverständnis zu den Linken dazugehören willst (und es ja auch nicht mehr tust), die dieses System wegräumen wollen.

    Es ist da schon traurige Ironie, daß du eine nun wirklich fundamentale Erkenntnis, daß nämlich gilt: „Demokratie – die Bevölkerung darf Vorgaben ihrer Unterdrücker zustimmen“, nur bei Hamas-Wahlsiegen oder Ajatollah-Mehrheiten im Iran zu erkennen vermagst. Früher hast du sowas vielleicht sogar mal gegen „unsere“ Herscher einzuwenden gewußt.

    Die Zeiten ändern sich, und wir ändern uns mit ihnen. Ich bin da übrigens nicht mit allen solidarisch. (Und dieser Staat schon mal gar nicht, dem du so viel zu Gute zu Halten bereit bist.)

  1. 1 kraussblog » Blog Archive » merkwürdige menschen Pingback am 25. Februar 2008 um 20:15 Uhr
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