Archiv für Februar 2008

Kreuzberger Spießer vs. „Araber Kids“

Stadtteilinitiativen haben gerade in Berlin-Kreuzberg eine große Tradition. Eigentlich eine fortschrittliche Sache sollte man meinen. Man denkt an Menschen die sich in ihrem Kiez gegen Spekulantentum, Kommerz und Verdrängung engagieren. Doch mit dem vermehrten Zuzug von rest-alternativen Akademiker-Spießern in angesagte Altbau-Quartiere in Kreuzberg werden inzwischen ganz andere „Übel“ angegangen. So offenbar auch im idyllischen Kreuzberger Graefe-Kiez:

Auch auf dem diesjährigen Graefe-Kiez-Fest schrieben die Besucher auf, welche Themen ihnen unter den Nägeln brennen. Die Themen dienen der Interessen-Gemeinschaft-Graefe-Kiez (IGG) als Ideen für ihre Arbeit:

- zu viel Müll und Hundekacke

- Pöbeleien durch arabische Kids (deutsche Nazis), Eltern vernachlässigen ihre Erziehungspflicht

- Aggressive Ausländerkinder, die offensichtlich nicht erzogen werden

- Es wird überall geklaut! Mehr Sicherheit!

Das „arabische Kids“ (übrigens ein Euphemismus für „Ausländerkinder“) bei den Spießern, die die Cafés, Weinstuben und Feinkostimbisse in ihrem Kiez bevölkern und dabei ach so tolerant und weltoffen sind, aber bei jedem Hundehaufen (Hunde = Unterschicht) einen Anfall kriegen, an Colonel Klink und co. denken müssen, wundert mich kein Stück.

Broder gegen die unbelehrbaren Hass-Moslems

Jungle-World-Autor Henryk M. Broder im Einsatz gegen die unbelehrbaren Hass-Moslems bei Anne Will:

„Wir haben es zum ersten Mal in der Geschichte der Migration mit einem Phänomen zu tun, das es noch nie gegeben hat, nämlich dass ein Teil der Migranten die Gesellschaft verachtet, in die er gekommen ist.“ „Und um diese Einsichten kann man sich nicht drücken. Und das ist die Ursache für die Bereitschaft, selbst Feuerwehrleute, die Menschen gerettet haben, hinterher anzuspucken und zu verachten.“ [Anne Will]

Zum Glück habe ich die Sendung nicht gesehen. Ich kann diese Hetze nicht mehr ertragen. Das solchen Leuten in (ehemals) linken Publikationen ein Forum geboten wird, wäre noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen.

Neues vom Obersalzberg

Neues vom Hitler (12)


Switch reloaded – Obersalzberg – ……………..… – MyVideo

Gedenken an die Antifaschistin Olga Benario in Berlin-Neukölln

Antifaschistische Kundgebung im Neuköllner Nord-Kiez:

Einweihung des Stolpersteins für OLGA BENARIO anlässlich ihres 100. Geburtstages

am 12. Februar 2008 um 17 Uhr vor dem Haus Innstraße 24 (Ecke Donaustr.) in Berlin-Neukölln

Olga Benario (12.2.1908 – April 1942) engagierte sich ab ihrem 15. Lebensjahr im
Kommunistischen Jugendverband. Mit 17 Jahren verließ sie 1925 ihre Heimatstadt München und ging nach Berlin. 1926 wurde sie zusammen mit ihrem Freund Otto Braun in ihrer Wohnung in der Innstraße 24 verhaftet. Sie wurden der Vorbereitung zum Hochverrat
beschuldigt. 1928 befreite Olga Benario in einer spektakulären Aktion mit einigen Genossen Otto Braun aus der U-Haftanstalt Moabit. Sie flohen beide nach Moskau. Im Auftrag der
Kommunistischen Internationale begleitete Olga Benario 1934 Luiz Carlos Prestes in dessen Heimatland Brasilien. Nach der gescheiterten Revolution wurden die beide 1936 verhaftet. Hochschwanger wurde Olga Benario von der brasilianischen Regierung an das faschistische
Deutschland ausgeliefert. Im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße brachte sie ihre
Tochter Anita zur Welt. Durch eine internationale Kampagne gelang es der brasilianischen
Großmutter, ihre Enkelin 1938 frei zu bekommen. Nach jahrelanger Haft in den
Konzentrationslagern Lichtenburg und Ravensbrück wurde Olga Benario im April 1942 in der
Gaskammer der Euthanasie-Mordanstalt Bernburg umgebracht. Zur Erinnerung an Olga
Benario verlegte der Bildhauer Gunter Demnik vor dem Haus Innstraße 24 am
10. Dezember 2007 einen Stolperstein.

Anlässlich des 100. Geburtstages von Olga Benario wollen wir am 12. Februar
2008 um 17.00 Uhr gemeinsam mit Olgas Tochter Anita Prestes, die aus
Brasilien anreist, den Stolperstein mit einer Kundgebung einweihen.

Es sprechen:
Anita Prestes (Tochter von Olga Benario, Rio de Janeiro), Hans Coppi (Berliner
VVN-BdA) und Vertreterinnen der Galerie Olga Benario.

Termin: 12. Februar 2008, 17:00 Uhr, anschließend Gespräch mit Anita Prestes in
der Galerie OLGA BENARIO, Richardstr. 104, Berlin-Neukölln

Mehr Infos gibt es bei der Galerie Olga Benario.

Softcore Antideutsche entdecken die soziale Frage – Klassenkampf in Berlin

Interessante Veranstaltung am kommenden Samstag in Berlin. Bemerkenswert: Die ehemaligen softcore Antideutschen wenden sich verstärkt der sozialen Frage zu. Der Workshop wird nämlich von der „Gruppe soziale Kämpfe“ mitorganisiert, eine der beiden Gruppen die on der AAB-Abspaltung „KP-Berlin“ übrig geblieben ist. Die bedigungslose Solidarität mit Israel, der angebliche Volkscharakter der Deutschen, die Bewahrung der Zivilisation durch die amerikanische Luftwaffe und anderes peinlich-peripheres bleibt außen vor. Die Berliner softcore-antideutsche Linke wendet sich wieder dem eigentlichen Hauptgegenstand zu: Der real-existierende Kapitalismus in BRD und was man dagegen tun kann. Das tiefe Tal der einfachen Antworten und der Fahnenschwenkerei scheint also endlich durchschritten zu sein.
Hier das Programm des Workshops:

Workshop:
“Neue Klassenkämpfe? Betriebliche Bewegungen und Perspektiven antikapitalistischer Intervention”
Sa., 9. Februar 2008, 14.30 – 19 Uhr
Im: Haus der Demokratie (Greifswalderstr. 3)
Block I: Prekarisierung – Klassenzusammensetzung – ‚neue Klassenkämpfe’?
14.40 – 15.00 Uhr Peter Birke (Historiker)
- Klassenfragmentierung, Arbeitskämpfe und politische Perspektiven der Klassenkämpfe
15.00 – 15.30 Uhr Bernd Röttger (Sozialwissenschaftler)
Krise und Erneuerung von Gewerkschaftspolitik im neuen Kapitalismus. Was bedeutet die ‚Linie Luxemburg – Gramsci’ für die Klassenkämpfe der Zukunft?

Block II: ‚Stand der Kämpfe’ und antikapitalistische Perspektiven
16.30 Uhr Mag Wompel (labournet; Industriesoziologin)
‚Stand der Kämpfe’: Erfahrungen aus betrieblichen und Erwerbslosen-Bewegungen. Anknüpfungspunkte für Interventionen
16. 50 Uhr Organisierte Autonomie Nürnberg
Erfahrungen beim AEG-Streik
17.15 – 19.00 Uhr Diskussion: Unterstützung, Intervention und Organisierung – Ziele und Formen antikapitalistischer Politik in den Arbeitskämpfen
Mit Inputs von:
Unterstützungsgruppe Gate Gourmet, Hans Kobrich (IGM, VK BMW Spandau) , Gruppe Soziale Kämpfe, Internationale Kommunisten, Fels (Cimemax-Organising)