Archiv der Kategorie 'So geht antideutsche Kritik'

Schon seltsam…

Über die ausgebliebenen Reaktionen der „anti“deutschen Blogsphäre auf die „Nationalisten für Israel“.

ISRAEL! Kaum fällt dieses Schlagwort normalerweise gibt es in der „anti“deutschen Blogger-szene kein halten mehr. Seitenweise wird sich da über den Staat im Nahen Osten ausgelassen. Lauter kleine Experten. Viele waren auch schon da und haben nen Saft am Strand von Tel Aviv geschlürft oder sind einfach so da rum geschlappt. Fällt in Israel dann ein Sack Kichererbsen um wird eifrig darüber gebloggt. Äußert sich jemand kritisch zum Lieblings-Staat: Wird eifrig gebloggt. Haben Ariel Sharon, Michel Friedman, Ajax Amsterdam oder irgendwer anderes Geburtstag, ein Jubiläum zu feiern oder haben was gewonnen, hat das natürlich auch irgendwie was mit Israel zu tun und: Es wird darüber was geschrieben auf dem blog.

Vor ein paar Tagen dann: Die Sache mit den „Nationalen Sozialisten für Israel“ spricht sich langsam rum. „National“, „Sozialisten“ und dann noch „ISRAEL“. Wenn das nicht mal ein tolles Thema für einen „anti“deutsche-blog-Eintrag wäre. Aber Pustekuchen: Kein Wort zu dieser skurilen Geschichte.

Einzig mögliche Erklärung aus meiner Sicht: Durch diesen Nationalisten-blog (Fake oder nicht) haben selbst die stursten „Anti“deutschen mal vor Augen geführt bekommen, wie dümmlich und anschlussfähig ihre gängige Israel-Rethorik doch so ist. Blog-Einträge zu diesem Thema können sie sich deshalb auch getrost sparen.

„Nationale Sozialisten für Israel“

Gibts den sowas? Nazis pro Israel? Einer dieser weblogs will uns das zumindest suggerieren. Das ganze klingt dann so:

Für die Freiheit der Völker
Es gilt jedem Volk an seinem angestammten Lebensraum zu achten, denn schließlich sind wir alle Bestandteil einer großen Völkerfamilie. Nationaler Sozialismus bedeutet die Liebe zum eigenen Volk, und nicht der Hass auf andere Völker. Jedes Volk hat seine Tradition, sein Territorium und seinen Platz in der Geschichte – und dazu gehört auch Israel.

Ich persönlich glaube die Seite ist ein Fake. Aber ein sehr gelungener!

Bald Jungle World Web-TV?

Nachdem bereits seit Jahren Formate wie „Spiegel-TV“, „Stern-TV“ und „Focus-TV“ über die bundesdeutschen Mattscheiben flimmern, wird nun auch das bürgerliche Wochenblatt „Jungle-World“ aktiv. Dabei soll es gleich ein eigener Internet-Fernsehsender sein, den die „Kinder-Welt“ Macher aus Kreuberg 61 in Zukunft produzieren wollen. Mehr Infos zum Jungle-Sender gibt es hier.

Broder gegen die unbelehrbaren Hass-Moslems

Jungle-World-Autor Henryk M. Broder im Einsatz gegen die unbelehrbaren Hass-Moslems bei Anne Will:

„Wir haben es zum ersten Mal in der Geschichte der Migration mit einem Phänomen zu tun, das es noch nie gegeben hat, nämlich dass ein Teil der Migranten die Gesellschaft verachtet, in die er gekommen ist.“ „Und um diese Einsichten kann man sich nicht drücken. Und das ist die Ursache für die Bereitschaft, selbst Feuerwehrleute, die Menschen gerettet haben, hinterher anzuspucken und zu verachten.“ [Anne Will]

Zum Glück habe ich die Sendung nicht gesehen. Ich kann diese Hetze nicht mehr ertragen. Das solchen Leuten in (ehemals) linken Publikationen ein Forum geboten wird, wäre noch vor einigen Jahren undenkbar gewesen.

Tragen coole Kids doch manchmal Palitücher?

Das Antideutsche Pamphlet gegen das Palituch ist vielleicht einer der meist gelesenen „linken“ Texte der vergangenen Jahre. Was eigentlich viel über den erbärmlichen Zustand der publizistischen Linken in der BRD sagt. Neulich bin ich über einen Text von Gerhard Hanloser gestoßen, der den daran angelehnten Titel trägt: „Warum coole Kids doch manchmal Palitücher tragen. Zur Verteidigung eines Kleidungsstückes.“ Da ich das von Hanloser herausgegebene Buch: „Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken. Zu Geschichte, Kritik und Zukunft antideutscher Politik“ ganz lesenswert fand, habe ich mit einigem Interesse den Text über das Palituch gelesen und: wurde ziemlich enttäuscht. Der Text ist erstens ziemlich kurz und arm an Argumenten. Er erinnert eher an ein Gedicht, als an eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Gegenstand. Schade eigentlich, denn dichten sollte man dann doch den „Antideutschen“ überlassen.

Trotz aller Kritik ein ziemlich treffendes Zitat aus Hanlosers Pamphlet:

Was trägt der und die Antideutsche? Man mag es nicht glauben, aber mit der US-Fahne bedruckte Kleidungsstücke finden sich tatsächlich neben ca ira-Büchern als Devotionalien in dieser Szene. Dabei ist es nur ein Treppenwitz, dass diesem Abfeiern der US-Kulturindustrie gerade die beiden Autoritäten der Antideutschen absolut kein Verständnis hätten entgegenbringen können. In Adorno und Horkheimers beißende Kritik des Spätkapitalismus mischte sich nicht selten das großbürgerliche Ressentiment. So verzweifelten die Frankfurter Exilanten in Los Angeles angesichts der amerikanischen Kulturindustrie, die antideutsche Adorno-Liebhaber am Anfang des 21.Jahrhunderts für sich entdeckt haben.